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Tee-Zeremonie zur Entschleunigung

29. Sept. 2024
2 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 20. Aug.

Begleite uns bei einer feinen Tasse Tee für einen kurzen Moment der Einkehr. Kurz die Welt vergessen und eintauchen in einen Moment der Langsamkeit und des Genusses.


Heute trinken wir einen feinen Gyokuro Tsuyu-Hikara. Ein Konzentrat mit etwa 8g auf meine kleine, feine und nagelneue 110ml Yixing Tonkanne.



An einem wunderschönen Spätsommernachmittag suchen mein Teefreund Ravi und ich uns ein lauschiges Plätzchen in der Natur des Freiburger Botanischen Gartens.

Passend zum schönen Wetter haben wir einen sehr kräftigen, grasigen, frisch duftenden Gyokuro mitgenommen.

Wir breiten die Decke aus, packen Kanne und Tassen aus – wir halten einen Moment inne, lassen uns nieder und kommen hier an. Mit drei tiefen gemeinsamen Atemzügen.


Anschließend beginne ich das Geschirr vorzuwärmen. Während das Wasser ganz gemächlich auf 60°C abkühlt, haben wir viel Zeit, um es langsam anzugehen. Erst einmal ruhig werden und atmen.


Ich fülle ganze 8g des feinsten Gyokuro Tsuyu-Hikari in die warme Yixing Kanne. Angenehm grasig und auch kräftig nussig duftet der warme Tee. Ich inhaliere langsam den feinen Duft durch die Nase und spüre den angenehm warmen, glatten Ton meiner Kanne in den Händen.

Mit geschlossenen Augen nehme ich noch ein paar Atemzüge und gebe die Kanne an Ravi.


Mein Teefreund nimmt eine tiefe Nase, des angenehmen Dufts. Er guckt mich an und grinst. Genau so liebt er seinen Gyokuro: bis ans Limit konzentriert, tiefgrün und fast schon dickflüssig.


Bei 60°C gieße ich den Tee auf und lasse ihn 90 Sekunden lang ziehen. Ich schließe die Augen, nehme noch ein paar tiefe Atemzüge und bin dankbar für diesen feinen Tropfen. Ich stelle mich auf den Tee ein und gebe ihm die Aufmerksamkeit, die er verdient.

Tief grün, fast schon wie Matcha, strömt der Tee aus der Kanne in unsere Tassen.


Ich öffne die Kanne und inhaliere den frischen Dampf. Es duftet nach frischem Gras, mit einem Hauch gerösteter Walnuss. Wir nehmen uns Zeit, den Geruch mit all seinen Facetten wahrzunehmen.


Anschließend nehmen wir ganz behutsam die kleinen Tassen zum Mund, schnuppern noch einmal an dem feinen Gebräu und schlürfen etwas davon.

Wir gucken uns an, alles ist klar! Es braucht hier keine Worte mehr.



Nun wollen wir den Leser und die Leserin dem eigenen Genuss überlassen. Belibig viele Aufgüsse können folgen. Vielleicht in ähnlich meditativer Stille, oder vielleicht auch total anders?



Möge Lu Yu euch begleiten.



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❝Die Kanne sei rund und prall wie der Bauch des sitzenden Buddha. Nur so kann das empfindliche Pflänzchen sein volles Aroma entfalten.❞

- Chinesisches Sprichwort -

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